Interview mit Brigitte Martzak

Brigitte Martzak berichtet im Interview über den Multikulturellen Wettbewerb ” Der Kunstreigen”

“Schon in unserem Vereinszweck ist es verankert, dass wir uns der Förderung der Kunst verschrieben haben, egal in welcher Altersklasse die Künstler sind und egal aus welchem Land sie kommen. Wir haben ja bereits zwei Künstler- und zwei Künstler-Nachwuchswettbewerbe organisiert und sehr erfolgreich abgehalten.

Unser Vereinsstandort in Ottakring führt uns die vielfältigen menschlichen Komponenten tagtäglich vor Augen. Wir haben hier eine Begegnungszone verschiedenster Menschen aus unterschiedlichen Kulturen.

Es zeigte sich, dass gerade diese Menschen große Schwellenangst aufweisen, wie wir anhand der Einsendungen zu unserem Wettbewerb feststellen konnten. Es ging uns aber auch speziell darum, Künstler die als Flüchtlinge in unser Land kamen und wirklich großartig sind, ins Boot zu holen. Es bedurfte da einiges an Überzeugungsarbeit. Trotz oder gerade wegen des hohen Zeitaufwandes hat sich dies sehr gelohnt und wir haben mittlerweile etwa 25 Künstler und Kunstgruppen mit Migrationshintergrund dabei. Im Vergleich dazu sind die Anmeldungen österreichischer Künstler um ein Vielfaches höher.

Einen Wermutstropfen gab es dennoch. Zwei türkische Bands haben ihren Auftritt aus Angst, weil wir ein österreichischer Verein sind abgesagt, obwohl der Verein Kunst, Kultur und Leben ja eine türkisch-stämmige multikulturelle Obfrau hat. Diese Absage hat uns zwar überrascht, aber wir nehmen es natürlich zur Kenntnis. Es ist nur sehr bedauernswert, dass auch die Kunst und die Kultur unter der angespannten politisch aufgeheizten Situation leidet.

Ein hohes Lob gebührt auch dem Bezirksvorsteher von Ottakring, Franz Prokop. Er hat unser Projekt von Anfang an mitgetragen und unterstützt uns tatkräftig. Und wir freuen uns sehr, dass auch der 5. Bezirk an einen solchen Bewerb gefallen findet und schon im November zusammen mit uns einen abhalten wird. Auch der 7. und der 1. Bezirk signalisierten bereits Interesse und stehen die Chancen gut, diesen Wettbewerb zu einer wiederkehrenden ständigen Einrichtung machen zu können.”

SH

 

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